Armut ist weiblich

18. März 2015  Presse

Frauen und Mädchen bilden die Hälfte der Menschheit, aber es ist seltener ein Honiglecken, als Frau auf die Welt gekommen zu sein. Frauen erbringen weltweit den größeren Teil der Arbeitsleistung, erhalten aber nur ein Zehntel des Welteinkommens und besitzen weniger als ein Hundertstel des Eigentums.
Der Equal Day Pay ist der Tag, an dem hierzulande die Frauen durchschnittlich das Einkommen erzielt haben, dass ihre Kollegen bereits bis Ende des letzten Jahres bekommen haben. Dieser Tag ist dieses Jahr am 20. März erreicht.


Der Lohnabstand zwischen den Geschlechtern beträgt in Deutschland seit über 15 Jahren konstant über 20 Prozent. Damit liegt Deutschland mittlerweile auf dem drittletzten Platz aller europäischen Länder, gleich hinter Österreich und Estland. Im gesamten Europa verdienen Frauen durchschnittlich 15 Prozent weniger verglichen mit den Männern.
Natürlich wirkt sich das auch auf die Rente aus, bei der Frauen weitaus häufiger von Altersarmut betroffen sind. Hier ergibt sich sogar eine Kluft von über 40 Prozent.
Die Ursachen liegen nicht nur im Fehlen auf den höheren Stufen der Karriereleiter. Diese beiden Tatsachen haben ihren Ursprung in den typisch weiblichen Biografiemustern. Frauen unterbrechen und reduzieren ihre Erwerbstätigkeit weitaus häufiger als Männer zu Gunsten der Familie und begegnen anschließend entscheidenden Hemmnissen beim Wiedereinstieg und der Aufstockung von Teilzeit- auf Vollzeitarbeit. Diese Einbußen beim Einkommen wirken sich langanhaltend im weiblichen Lebenslauf aus.
Es muss sogar festgestellt werden, dass Frauen selbst bei gleicher Ausbildung, gleichem Alter, gleichem Beruf und in gleichen Betrieben im Schnitt um die 12 Prozent niedriger eingruppiert werden.
Dazu kommt, dass Branchen in denen überwiegend Frauen arbeiten, wie zum Beispiel Erziehung und Pflege gesellschaftlich abgewertet sind und deutlich schlechter bezahlt werden, als etwa technische Berufe.
Was ist also zu tun? Die Partei die Linke zeigt sich solidarisch mit den Forderungen der Gewerkschaften und anderer Verbände und Parteien: Die Entlohnung muss geschlechtsneutral gestaltet werden. Tarifverträge müssen ebenso einhalten werden, wie der gesetzliche Mindestlohn weil Frauen häufig zu Dumpinglöhnen arbeiten. Frauen typische Tätigkeiten müssen aufgewertet werden. Die Möglichkeit der Rückkehr der Frauen aus der Teilzeit in die Vollbeschäftigung muss gewährleistet werden und alle Arbeitsverhältnisse sind sozial abzusichern um allen bei der Durchsetzung ihrer Ansprüche auf auf Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und vielem mehr Rückhalt zu geben.
Rote Taschen sind das Symbol des Equal Pay Days. Sie stehen sinnbildlich für die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen.
„DIE LINKE“, Kreisverband Esslingen, fordert alle Mitbürger/- innen auf, sich solidarisch zu zeigen und und am 20.03.2015 mit roten Einkaufstaschen, roten Schals, Mützen oder anderen roten Sachen an die Öffentlichkeit zu gehen.


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